Dead Lord im Interview: Anstrengende Angelegenheit

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Dead Lord im Interview: Anstrengende Angelegenheit

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Wer Imperial State Electric und Robert Pehrsson’s Humbucker sagt, der muss auch Dead Lord sagen. Gitarrist und Sänger Hakim Krim hat keine Probleme, mit den schwedischen Landsleuten in einen Topf geworfen zu werden. „Das sind großartige Bands, also ist das für uns eine Ehre. Echte Champions des schwedischen Power-Rock, die du sonst nirgendwo findest. Robert singt sogar einige Backing-Vocals auf unserem neuen Album und Nicke spielt etwas Tambourin.“ So entstand SURRENDER auch in Robert Pehrssons Studio. Wobei die Aufnahmen „ziemlich eng, verschwitzt und anstrengend“ abliefen.

Was Krim so erklärt: „Dieses Mal waren wir nur zu dritt und entschieden uns, auf die anstrengende Art ein Instrument nach dem anderen aufzunehmen. Was meiner Meinung nach ganz schön verwirrend ist. Wenn du alles live machst, weißt du sofort, ob es ein guter Take war. Auf die moderne Weise ist schwer zu erkennen, was herauskommt, bevor du die letzten Instrumente hinzugefügt hast. Für mich war es eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich habe mich einige Male wie der beschissenste Musiker der Welt gefühlt. Aber es ist doch verdammt gut geworden.“

Zu dritt war man, weil der Bass von den beiden Gitarristen eingespielt wurde. Nicht so einfach, wenn man „den Bass nicht als Rhythmus-Instrument begreift“, erklärt der Sänger und Gitarrist. Die Stärke von Dead Lord liegt einmal mehr in der „Twin Guitar Attack“, wie Hakim es nennt. Der Thin-Lizzy-Einfluss ist deutlich. „Wir lieben diese Band nun mal und viele Oldtimers. Wenn du genau hinhörst, bin ich aber sicher, dass du auch AC/DC und Kiss ausmachen kannst.“ Auf die mächtig melodischen Gitarren angesprochen, zitiert er den Landsmann und Saiten-Wahnsinnigen Yngwie Malmsteen: „Mehr ist mehr!“

Markant auf Songs wie dem Opener ›Distance Over Time‹ – „Drockenrock vom Feinsten“ – und ›Evil Always Wins‹ ist der Gesang mit dieser gewissen Dramatik. Hakim vergleicht seine Stimme mit einem streunenden Hund: „Liebenswert, aber etwas ungepflegt und unpoliert“. Und fügt hinzu: „Fütter sie gelegentlich wie den Streuner und sie ist happy“. In seinem Fall mit Hamburgern, Bier und ab und zu Underberg. Konträr zur pessimistischen Message des Titels ›Evil Always Wins‹ ist das Album musikalisch sehr eingängig und melodisch. „Wenn die Texte dazu tendieren, zu deprimierend zu werden, musst du
kompensieren, indem du den Song griffiger machst. Sonst würden die Zuhörer einschlafen.“ Diese Gefahr besteht bei den zehn neuen Songs nun wirklich nicht. Angesichts der Zahl an Tracks und der Länge von SURRENDER kommt eine gewisse Old-School- und VinylDenkweise der Schweden durch.

„Du brauchst einen Hit, einen langsamen und einen wütenden Song. Und einen zweiten Track, wofür du den besten, aber nicht hitverdächtigsten Titel nimmst. Plus den Opener, den B-Seiten-Opener und die letzte Nummer. Natürlich brauchst du auch den Füller, der aus irgendeinem Grund auf lange Sicht den Test der Zeit besteht. Yeah, das ist schon eine gewisse Art der Planung.“ Jetzt stehen erst mal andere Planungen an: „Hände gründlich waschen, mindestens zwei Meter Abstand halten, vielleicht ein paar Mails senden und hydriert bleiben. Wenn alles gut geht, sind wir 2021 auf Tour mit Lucifer“.

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